Literatur

Aga

Agnieszka Lessmann

Aga

Dass wir unsere Heimat Polen wegen der antisemitischen Kampagne im „März 68“ verlassen mussten, hat mein Schreiben geprägt. Vorurteile und Ausgrenzungen sind immer wieder Thema meiner Gedichte und Hörspiele. Schließlich wurde es Zeit, meine eigene Geschichte zu erzählen.
Der Roman Aga handelt von der Tochter eines Überlebenden der Schoa, ihrer Vertreibung aus Polen und ihrem Aufwachsen in Westdeutschland, wo sie ihre Identität erst noch finden muss. Ihr Vater konnte über sein Überleben nicht sprechen, doch die Erzählung muss weitergehen – gerade jetzt.
Nach einer Vorstellung des Romans und der Lesung einiger Passagen, möchte ich gern mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Dabei bietet die Romanhandlung Anlass für verschiedene thematische Schwerpunkte – von den Erfahrungen der Zweiten Generation über das Aufwachsen im „Land der Mörder“ bis zu konkreten Alltagserfahrungen mit Antisemitismus.

Aga zieht ins „Land der Mörder“, so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der Jüdischen Gemeinde, macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei.
Es ist etwas Merkwürdiges mit dem Haus, in dem sie nun wohnt. Es steht neben einer amerikanischen Kaserne und dem Garten eines ehemaligen Klosters, in dem Hippies Bäume pflanzen.
Dazwischen wuchern die kindlichen Fantasien.
Dann bricht das Verschwiegene sich Bahn in einem tatsächlichen Mord und die Familie zieht um. Aus Aga wird Agnes – Agnes passt sich an und verliert sich dabei. Doch schließlich beginnt sie, nach ihren Wurzeln zu suchen.
Ein Roman über das Schweigen nach der Schoa und eine Geschichte darüber, was es braucht, um es zu überwinden. Und eine Liebesgeschichte.
Agnieszka Lessmann, aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, lebt als freie Schriftstellerin in der Nähe von Köln. Ihre Arbeit war für den Prix Europa und den Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert und wurde mit zahlreichen Stipendien gefördert, zuletzt 2025 vom Deutschen Literaturfonds.

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HINWEISE: Dauer der Veranstaltung: ca. 60-90 Minuten • Veranstaltungssprache: Deutsch • Relevante Hinweise für Gemeinden: gerne ein Moderator, ein Tisch mit Stuhl oder ein Stehpult, ausreichende Beleuchtung zum Lesen, ein Glas, je nach Raumgröße und Akustik ein Mikrofon und Lautsprecher • Übernachtungsmöglichkeit bei mehr als 2 Stunden Fahrtzeit von Köln

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