Das Theaterstudio der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) präsentiert das Stück Goldene Adele nach dem gleichnamigen Drama von Mark Jakoblew – eine fesselnde Geschichte über das berühmte Porträt von Gustav Klimt, das während der Zeit des Nationalsozialismus einer jüdischen Familie in Wien geraubt und erst 70 Jahre später an die Erben Adeles zurückgegeben wurde.
Das einaktige Stück in fünf Szenen, aufgeführt auf Russisch, spannt den Bogen von 1903 – als der jüdischstämmige österreichische Industrielle Ferdinand Bloch-Bauer dem Künstler Gustav Klimt den Auftrag für das Porträt seiner Frau Adele erteilte – bis ins Jahr 2006, als das Gemälde vom Belvedere-Museum an Adeles Nichte Maria Altmann restituiert wurde. Ziel der Inszenierung ist es, die bewegte und tragische Atmosphäre des 20. Jahrhunderts zu vermitteln und das Gefühl zu wecken, dass historische Gerechtigkeit manchmal doch möglich ist.
Das Thema der NS-Kunstraubpolitik und der heutigen Restitution an jüdische Nachkommen ist hochaktuell – man denke nur an den sogenannten Gurlitt-Fund aus dem Jahr 2011 in München. Das Stück wirft die zentrale Frage auf: Wie soll sich ein Mensch in Zeiten einer Diktatur verhalten?
Die Inszenierung zeichnet sich durch eine besondere künstlerische Konzeption aus: Schauspiel, Originalfilmaufnahmen, Licht- und Toneffekte, Livemusik aus dem Film Schindlers Liste (Violine und Klavier), Tänze, authentische Kostüme sowie eine eigens mithilfe von KI-Technologie erstellte Kopie des Gemäldes Goldene Adele, deren Lächeln am Ende des Stücks zum Leben erwacht.
Das Theaterstudio besteht seit über 25 Jahren und hat rund 20 Produktionen mit jüdischer Thematik auf die Bühne gebracht. 2014 wurde das Stück Goldene Adele in den Sammelband Beste Stücke 2013 des Theaters Schule des zeitgenössischen Dramas von Josef Reichelgaus aufgenommen. Die Premiere in Deutschland fand am 19. Januar 2025 in der IRGW-Gemeinde Stuttgart statt.