Gisèle Halimi (1927–2020) wurde in einer jüdischen Familie in Tunesien geboren, Fatema Mernissi (1940–2015) in einer muslimischen Familie in Marokko. Die Frauen verbindet mehr als nur ein ähnlicher kultureller Hintergrund. Beide setzten sich leidenschaftlich für eine Welt ein, in der Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen und die Gesellschaft aktiv mitgestalten können. Auf der Bühne begegnen sich Halimi und Mernissi in einem fiktiven Gespräch. Dabei sprechen sie über die Quellen ihrer Inspiration und ihren unermüdlichen Einsatz – ein Engagement, das auch heute und in Zukunft ein Vorbild für Frauen sein kann.
G. Halimi arbeitete als Rechtsanwältin, war Feministin und Bürgerrechtsaktivistin. Sie wurde durch frauenrechtlich relevante Prozesse bekannt wie den eines Mädchens im Pariser Vorort Bobigny 1972, das nach einer Vergewaltigung abgetrieben hatte. 1971 gründete sie u. a. mit Simone de Beauvoir die feministische Gruppe Choisir la cause des femmes, um Frauen zu verteidigen, die das Manifest der 343 unterzeichnet hatten, in dem sie zugaben, illegal abgetrieben zu haben.
F. Mernissi arbeitete als Soziologin und feministische Buchautorin. In ihrem Werk Der politische Harem – Mohammed und die Frauen untersuchte Mernissi einschlägige Koranstellen und Hadithe, die sich mit der Stellung der Frau im frühen Islam zur Zeit von Mohammed beschäftigen. Ihr Ergebnis: Es gibt klare Anzeichen dafür, dass Mohammeds Frauen am öffentlichen Leben teilnahmen und für ihre Rechte eintraten.
Während der Performance entführt uns die Musik nach Nordafrika sowie auch in den Nahen Osten. Im Anschluss stehen die Mitwirkenden zu einem Publikumsgespräch zur Verfügung.
Schauspielerinnen : Sharon Kotkovsky, Claudine LoMonaco
Text und Regie: Sabine Wiedemann