Das Jüdische Theater TNM präsentiert im Rahmen des Kulturprogramms des Zentralrats der Juden in Deutschland eine Theateraufführung nach Werken jüdischer Schriftsteller mit dem Titel: Über die Liebe … oder Juden, Juden, überall nur Juden … Das Stück basiert auf Novellen bekannter jüdischer Autoren aus verschiedenen europäischen Ländern:
Ludvik Ashkenazy, tschechisch-deutscher Schriftsteller, floh 1968 nach Westdeutschland. Seine Novelle LEBL erzählt von Václav Lebl, einem tschechischen Bauern, der – aus Protest gegen die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Tschechien – den gelben Davidstern trägt und deshalb ins Konzentrationslager kommt.
Alberto Moravia, italienischer Autor, schildert in Das schäbige Mädchen eine Geschichte in Rom.
Alexander Volodin (Lifschitz), russischer Dramatiker und Kriegsheld, thematisiert in seiner Komödie Die Idealistin die antisemitischen Kampagnen der Nachkriegszeit in der Sowjetunion.
Efraim Sevela, russischer Schriftsteller und Drehbuchautor, erzählt in Tante Sonja vom Leben im von Hitler besetzten Paris unter antisemitischen Rassengesetzen.
Grigori Gorin, ebenfalls russischer Dramatiker, beschreibt die Schwierigkeiten bei der Beerdigung der jüdischen Autorin Alexandra Brushtein auf einem angesehenen Friedhof in der Sowjetunion der 1970er Jahre – allein wegen ihres jüdischen Namens.
Die Inszenierung umfasst Themen von den 1930er bis 1980er Jahren und verbindet alle Geschichten durch das zentrale Motiv der Liebe – ein zutiefst, jüdisches, aber auch universell menschliches Thema.
Die Aufführung ist komisch und berührend zugleich – sie bringt das Publikum zum Lachen und zum Weinen. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen wirkt das Stück erschreckend zeitgenössisch und hochrelevant.